Aufgaben und Ziele

Tumorregister

Tumorregister sind in einem Gesundheitswesen unverzichtbare Instrumente und liefern essentielle Informationen über das onkologische System in einem Land. Man unterscheidet zwischen epidemiologischen Tumorregister, deren Aufgabe es ist, alle Tumorfälle in einer Bevölkerung zu registrieren (nur damit sind valide Aussagen über zum Beispiel Zeittrends von Tumorlokalisationen möglich), klinischen Krebsregister (die meist alle Fälle eines Krankenhauses sehr detailliert registrieren) und Lokalisationsregister (die alle Fälle einer Tumorentität detailliert registrieren). Vor allem klinische Krebsregister und Lokalisationsregister unterstützen auch Qualitätssicherungsaufgaben, insbesondere Zertifizierungssysteme.

 

Tumorregister Tirol

Das Tumorregister Tirol hat die Aufgabe,

  • alle Krebsfälle in der Tiroler Bevölkerung zu dokumentieren,
  • durch Verbindung mit Mortalitätsdaten Überlebenszeiten und Überlebensraten zu berechnen,
  • in regelmäßigen Berichten die wesentlichen Daten über Krebsinzidenz und Krebsmortalität in Tirol vorzulegen,
  • epidemiologische Studien und Analysen auf dem Gebiet der Onkologie durchzuführen.

Seit 2012 ist das Tumorregister Tirol auch damit beauftragt, im Bereich der TILAK/Medizinische Universität Innsbruck klinische Krebsregister einzurichten. Begonnen wurde mit der Entwicklung des klinischen Krebsregisters für Lungenkarzinome, die Umsetzung wird 2013 starten.

 

Die strategische Ausrichtung des Tumorregisters sowie die Publikation der Daten liegt im Verantwortungsbereich des Fachbeirates Tumorregister Tirol unter der Leitung von Prof. Günter Gastl.

 

Für die Auswertungen werden Standardmethoden der Epidemiologie angewandt, also altersstandardisierte Raten für die aktuellen Daten und Zeittrends, SMR für die Bezirksverteilung und relative Überlebensraten für Überlebensstatistiken.
Es werden Berichte seit dem Diagnosejahr 1988 publiziert, diese sind über die IET-Homepage zugreifbar. Der aktuellste Bericht beschreibt die Daten des Diagnosejahres 2010.


Neben dem Routinebericht werden wissenschaftliche Fragestellungen zu verschiedenen Themen untersucht, über die Publikationsliste des IET kann auf die aktuellen Publikationen zugegriffen werden.


Das Tumorregister ist eine der Kernaufgaben des IET, das von PD Dr. Willi Oberaigner geleitet wird. Für die Dokumentation ist Helmut Mühlböck verantwortlich, er wird unterstützt von Christine Wartha, Margret Jöchl, Patricia Gscheidlinger und Eylem Polat.

 

Dokumentation Brustzentren und Gynäkologische Tumore

Das Register für Brustzentren und Gynäkologische Tumore ist ein Lokalisationsregister, das im Auftrag der AGO implementiert wurde. Derzeit werden Mammakarzinome, Endometriumkarzinome, Ovarialkarzinome und Zervixkarzinome registriert.

 

Außerdem soll den Abteilungen ein Dokumentationssystem angeboten werden, welches die Dokumentationsanforderungen im Rahmen von Zertifizierungssystemen (z.B. EUSOMA, DocCert) erfüllt.

 

Das Register für Brustzentren und Gynäkologische Tumoren hat drei Hauptziele:

  1. Verbesserung der Qualität bei Behandlung der gynäkologischen Patientinnen in Österreich durch Durchführung von regelmäßigem Benchmarking.
  2. Beschreibung von diagnostischen und therapeutischen Parametern sowie von Überlebensraten der gynäkologischen Patientinnen in Österreich.
  3. Anbietung eines Dokumentationssystems, welches die Zertifizierung (z.B. EUSOMA, DocCert) von Brustzentren unterstützt: Die ausführliche Mammakarzinom-Dokumentation eignet sich als von verschiedenen Zertifizierungsstellen vorgeschriebenes Dokumentationssystem, welches bei Einrichtung von Brustzentren erforderlich ist. Das internetbasierte Erhebungssystem der AGO wurde in Punkto Mammakarzinomen von der EUSOMA als validiertes Instrument anerkannt.

Daten werden in der Abteilung in das internetbasierte Dokumentationssystem  eingeben. Dort gibt es verschiedene Prüfmechanismen, welche die eingegebenen Daten auf Plausibilität überprüfen. Zweimal jährlich wird für alle erhobenen Patientinnen der aktuelle Lifestatus durch den Hauptverband aktualisiert. Nach Vorliegen dieser Daten werden Gesamtauswertungen erstellt und an alle teilnehmenden Abteilungen versandt. Zudem können Spezialauswertungen sowie Zertifizierungsdaten angefordert werden. Falls Sie Interesse an Auswertungen haben, so bitten wir um Kontaktaufnahme.

 

Zusätzlich können die Daten von jeder Abteilung auf einen lokalen Computer exportiert und in Folge vor Ort mit zum Beispiel Excel oder SPSS im Detail analysiert werden. Auch ist es möglich, Daten die im KIS oder in einem Abteilungssystem erhoben werden über eine Import-Schnittstelle direkt in die webbasierte Datenbank zu übernehmen und damit Doppelerfassungen von Daten zu vermeiden.